– Geschichten aus dem Redaktionsalltag –

Im Durchschnitt greifen wird auf einen Wortschatz von etwa 12 000 bis 16 000 Wörter zurück, wie der Duden einst veröffentlichte. Wer für den Lokalsport arbeitet, kommt manchmal nicht umhin zu denken, dass es weniger sein müssen. So viele bekannte Phrasen liest man da immer wieder in Spielberichten und Zitaten. Ein paar Beispiele gefällig? „Wir müssen selbst wieder mal in Führung gehen, dann spielen wir auch anders, als wenn wir immer einem Rückstand hinterherlaufen“, „Im Fußball ist vieles auch Kopfsache“, „Wir wollen auf die Leistung aufbauen und gegen den nächsten Kontrahenten möglichst mehr Punkte holen“, „Das Spiel wird eine enge Kiste“, „Wir schießen zum richtigen Zeitpunkt die Tore, und dann ist das Glück auch auf unserer Seite“, „Wir sind mit wesentlich höheren Ambitionen in die Saison gestartet“, „Wenn wir das nächste Spiel nicht gewinnen, wird es ungemütlich“, „Auswärts kriegen wir einfach kein Bein auf den Boden“, „Jedes Spiel muss erst gespielt werden.“

Kommt Ihnen das bekannt vor? Und haben Sie schon genug für heute? Ich noch nicht: „Dabei möchte der Trainer dem Favoriten nur zu gerne ein Schnippchen schlagen“, „Ob er auflaufen kann, wird sich erst noch entscheiden“, „Gerade in unserer schwierigen personellen Lage brauchen wir die Unterstützung der Fans.“ Erstaunlich, wie wenige Worte man braucht, um einen ganzen Spielverlauf zu erzählen. Und trotzdem ertappe ich mich selbst oft dabei, genau zu solchen Allgemeinsätzen zu greifen. Weil sie meistens eben genau das ausdrücken, was ich sagen möchte. Und warum soll man um den heißen Brei herumreden? Das Runde muss eben ins Eckige.