Die erste Woche als Multimediavolontärin in der MGO

– Ein Volo-was? – 

„Du machst ein Volo-was?“ Immer, wenn ich (Lea) erzähle, was ich nach meinem Studium mache, fragen viele, was denn ein Multimediavolontariat eigentlich ist. Zugegeben, gleich zwei verwirrende Begriffe in Einem. Aber das ist schnell erklärt: Ein Volontariat ist Vergleichbar mit der Trainee-Ausbildung in wirtschaftlichen Bereichen – nur eben journalistisch. Es ist die praktische Ausbildung zum Redakteur oder zur Redakteurin. 24 Monate lang durchläuft der Volontär verschiedene Stationen des Unternehmens. Bisher hat die Mediengruppe Oberfranken lediglich Redaktions- beziehungsweise Onlinevolontäre ausgebildet – das Multimediavolontariat ist neu und ich darf es „testen“. Aber dazu später mehr.

Die Bachelorarbeit ist abgegeben, das Studium endet und die Zeit als Werkstudentin ist nun auch vorbei: Der erste Vollzeitjob. Vom angenehmen Studentenleben und der vielen Freizeit kann ich mich nun offiziell verabschieden. Die MGO kenne ich aber dank meines Werkstudentenjobs schon. Und trotzdem stelle ich mir am Abend vor meinem ersten Arbeitstag total aufgeregt ungefähr 27 Wecker, damit ich keinesfalls verschlafe. „Extra früh schlafen gehen. Extra früh…“, naja um halb zwei konnte ich dann endlich einschlafen.

Die ersten Tage

Erster Arbeitstag: Gespannt mache ich mich auf den Weg in die Gutenbergstraße. Kurz vor zehn – An der Pforte treffen wir, die Neuen – das sind Rebecca, Mirjam und ich – aufeinander und warten auf Corinna, unsere Volo-Betreuerin. Ein schüchternes „Hallo“, gefolgt von einer kurzen Vorstellungsrunde und schon geht’s los: Jeder erhält seinen eigenen Laptop und ein MGO-Willkommenspaket. Anschließend bekommen wir eine Führung durch das Haus und durch einige, für uns wichtige, Abteilungen. Von der Druckerei, der Personalabteilung, der Unternehmenskommunikation und der Online-Redaktion, zu den Kolleginnen von LANDmadla und in den Vertrieb.

Natürlich darf auch die Kantine nicht fehlen. Einmal quer durch die MGO gelaufen, beginnt die Einführung in das Redaktionelle: Neben allen wichtigen Infos zum Voloblog lernen wir, wie man mit dem Redaktionssystem NGen Zeitungsseiten baut, wie man Artikel dort hin bekommt und wie man Artikel direkt online optimiert. Vor lauter neuem Input rauchen die Köpfe schnell. Endlich dürfen wir Mittagspause machen: Perfekt, um uns besser kennen zu lernen.

Gestärkt starten wir in den Nachmittag: Recherche für einen Aufmacher auf der Frankenseite. Das Thema: Ein Streik der Geldtransportmitarbeiter und die Auswirkungen auf Banken und den Einzelhandel. Telefonieren, recherchieren, nachfragen, wieder telefonieren. Spärliche Infos, ständiges Weiterleiten und auf Rückruf warten. 16 Uhr – endlich haben wir alle notwendigen Informationen zusammen auf die Seite gebracht. Natürlich darf hier auch das passende Bild nicht fehlen. Also düse ich zur nächsten Sparkassenfiliale. Mit dem Bild zurück in der Redaktion fehlt noch die Bildunterschrift. 17.30 Uhr – geschafft, wie nach einem Marathon und mit viel neuem Input geht es nach Hause.

An unserem zweiten Tag durfte jeder von uns eigene Themen bearbeiten: Während die Eine einen Blick in die lokalen Fitnessstudios wirft, berichtet die Andere aus einem Café. Ich suche nach Geheimtipps aus Franken. Unsere Volobetreuerin Corinna stand uns während des gesamten Tages mit Tipps zur Seite. Am Freitag schreiben wir die Artikel fertig. Das Highlight: Sie werden direkt veröffentlicht.

Am Montag trennen sich unsere Wege. Jeder Volo geht an seine jeweilige Station: Rebecca in die Lokalredaktion nach Kronach, Mirjam in die Kulmbacher Redaktion der Bayerischen Rundschau und ich darf erstmal in der Zentralredaktion in Bamberg bleiben. Meine erste Aufgabe ist es, das sogenannte „Am Rande“ zu schreiben. Eine Glosse, links auf der Titelseite. „Puh, direkt auf dem Titel und dann gleich eine Glosse.“ Mit viel Respekt öffne ich also das Redaktionssystem und versuche mich an dem relativ kurzen Textstück. Schreiben, löschen, schreiben, löschen, schreiben. So ungefähr sieht mein Vormittag aus. Nachdem ich zwei komplette Texte geschrieben und anschließend wieder gelöscht habe, stehe ich kurz vor der Verzweiflung. Je später es wird, desto besser läuft es.  Schließlich bin ich fertig – aber nicht so wirklich zufrieden damit. Ein bisschen stolz bin ich am nächsten Morgen dann trotzdem, als ich die Zeitung aus dem Briefkasten ziehe.

Auch am nächsten Tag darf ich wieder „Am Rande“ schreiben – und siehe da, bereits der zweite Versuch fällt mir deutlich leichter. Also macht Übung wohl doch den Meister. Bis ich gute Glossen schreiben kann, brauche ich aber vermutlich noch viel Übung 😉 Eine Schreibpause mache ich für die Wochenthemenplanung. Redakteure treffen sich einmal pro Woche, um die Themen der kommenden Woche zu planen: Was betrifft die Menschen aus der Region? Welche Sorgen haben sie? Wo können wir regional anknüpfen? Bazillenphobie, Heizölpreise, und, und, und… Wie können diese Themen am besten regional aufgearbeitet und die Leser damit optimal erreicht werden?

Das Multimediavolontartiat

Die meiste Zeit der Ausbildung werde ich in Bamberg in der Gutenbergstraße verbringen. Insgesamt elf Stationen stehen im Wechsel während der nächsten zwei Jahre auf dem Plan: Zentralredaktion, Online-Redaktion, die Bamberger Lokalredaktion, die Multimedia-Redaktion, die Werbeagentur, die Digitalagentur, die Unternehmenskommunikation, Radio, externe Pressestelle, Produktentwicklung und ein anderer Verlag.

An der ifp in Müchen dürfen wir mehrere Seminare besuchen: Dort lernen wir wichtige Grundlagen des Journalismus. Insgesamt verbringen Volontäre der MGO sechs Wochen an der Journalistenschule.

Möchtest Du mehr zum Redaktionsvolontariat bei der MGO erfahren? Christoph hat bereits über die Inhalte und das Auswahlverfahren berichtet.

Von |25. Januar 2019|Kategorien: Ausgebildet|Tags: , , , , , , |