Gegen Lebensmittelverschwendung – Die App Too Good To Go

– Too Good To Go in Franken –

Was geschieht eigentlich mit dem Essen, dass in Restaurants, Hotels, Fast-Food-Ketten oder in Lebensmittelngeschäften nicht verkauft wird? Ein Großteil wird weggeschmissen. Um diese Lebensmittelverschwendung zu beenden, wurde die App: Too Good To Go entwickelt. Hier können Betriebe übrig gebliebene Speisen zu einem reduzierten Preis anbieten. Wie das funktioniert und was genau dahinter steckt, hat mir die Pressesprecherin von Too Good To Go, Franziska Lienert, erklärt.

Christoph: Wie seid Ihr auf die Idee zu der App „Too Good To Go“ gekommen?

Franziska Lienert: Unsere fünf Gründer gingen in einem Buffetrestaurant essen und bemerkten, dass das Buffet am Ende des Betriebstages noch komplett voll war. Als sie sich erkundigten, was mit dem Essen passiere, wurde ihnen mitgeteilt, dass dieses entsorgt würde. Nach kurzem Nachforschen wurde ihnen klar, dass dieses Vorgehen gängige Praxis bei den meisten gastronomischen Betrieben ist. Das konnten sie nicht akzeptieren und so entstand die Idee zu Too Good To Go.

Wie viele Lebensmittel werden denn tagtäglich weggeschmissen?

Ein Drittel aller Lebensmittel wird verschwendet. Das beläuft sich auf 18 Millionen Tonnen jährlich alleine in Deutschland. Nach einer Erhebung des WWF (Word Wildlife Fund) von April 2018 befindet sich Bayern mit 2,9 Mio. Tonnen verschwendeter Lebensmittel auf Platz 2 in Deutschland hinter Nordrhein-Westphalen.

Die App ist in einigen Städten schon weit verbreitet – wieso noch nicht in Franken?

Unser Team arbeitet täglich fleißig daran, immer mehr Läden in ganz Deutschland von unserem Konzept zu überzeugen. Trotzdem können wir leider (auch wenn wir das so gern wären!) nicht überall gleichzeitig sein, da wir noch ein verhältnismäßig kleines Team sind. Das kann sich bei uns aber zum Glück ganz schnell ändern, denn wir wachsen stetig.

Wie sieht das aus, wenn euer Team in Deutschland unterwegs ist?

Unsere Vertriebsmitarbeiter machen sich sowohl Termine telefonisch im Voraus in einer Stadt oder Gegend aus und führen dann Gespräche vor Ort, als auch, dass sie Läden direkt vor Ort ansprechen, die anderweitig nicht erreicht werden konnten.

Ist denn abzusehen, wann die Franken überzeugt werden?

Leider gibt es dazu keine genaue Prognose. Aber wir wachsen ständig und es lohnt sich die Augen offen zu halten.

Wie viele Betriebe nutzen denn die App schon in Franken?

In Franken sind 52 Betriebe beteiligt in den Städten: Ansbach, Aschaffenburg, Bamberg, Bayreuth, Coburg, Erlangen, Forchheim, Fürth, Nürnberg, Schwabach, Schweinfurt und Würzburg. Wir haben 9.500 Kunden in Franken, die 19.700 Mahlzeiten gerettet haben. Dadurch konnten knapp 40 Tonnen CO2 eingespart werden.

Wie schneiden wir im Vergleich ab – zum Beispiel mit München?

In München sind 180 Betriebe beteiligt. 35.000 haben 60.000 Mahlzeiten gerettet und rund 120 Tonnen CO2 eingespart.

Welche Betriebe können die App nutzen?

Jede Art von gastronomischem Betrieb kann mitmachen, solange es bei ihm am Ende des Betriebstages überproduziertes Essen gibt, das entsorgt wird. Wir haben alles in der App: Cafés, Bäckereien, Restaurants, Buffets, Supermärkte, Hotels…

Und Kunden?

Jeder Mensch, der ein Smartphone besitzt, kann sich die App kostenlos herunterladen und direkt loslegen mit der Lebensmittelrettung.

Wie könnte man die fränkischen Gastronomen dazu bringen, die App zu nutzen?

Interessierte Betriebe können sich jederzeit bei uns über die Website melden: https://toogoodtogo.de/de/business. Und wir freuen uns natürlich auch wenn Kunden uns weiterempfehlen.

Von |25. März 2019|Kategorien: Ausgeplaudert|Tags: , , , , , |