Bamberger Weihnachtsmarkt: Tops und Flops zwischen Maxplatz und Altstadt

– Nach Bamberg gekommen, um zu trinken –

„Im Endeffekt gibt’s hier das Gleiche wie auf jedem anderen Weihnachtsmarkt auch“, bemerkt die desillusionierte Passantin mit oberpfälzischem Einschlag im Vorbeigehen. Und wo sie Recht hat … Legendäre Sandkerwa, hohe Brauereiendichte, wunderschöne Altstadt und süffige Kelleratmosphäre: Bamberg hat seine Stärken, doch der Weihnachtsmarkt auf dem Maxplatz und Grünen Markt zählt eher nicht dazu.

An welchen Ecken der Bamberger Innenstadt dennoch Adventsstimmung aufkommt, welcher hochprozentige Tropfen die Weihnachtsvorfreude ordentlich ankurbelt und warum sich der Markt gerade für Studenten lohnen kann, verrät euch Teresa.

Standard-Ausstattung auf dem Bamberger Maxplatz

Das hat der Bamberger Weihnachtsmarkt zu bieten: Glühwein, Bratwurst und Lángos, Imkerprodukte, Christbaumschmuck und allerlei Deko nach dem Motto „Wer um alles in der Welt kauft sowas?!“. Dazu ein obligatorischer Stand voller Handschuhe, Mützen und Schals für all diejenigen, die erst jetzt merken, dass es im Winter durchaus kalt werden kann. Das sind die Grundzutaten für wohl jeden deutschen Weihnachtsmarkt und Bamberg steht dem in nichts nach.

Wiederkehrer wissen genau, wie man sich gekonnt an der Karstadt-Fassade entlangschlängelt, um schneller zu den begehrten mit Heizröhren ausgestatteten Glühweinständen zu kommen. Denn wer hier kein witterungsgeschütztes Plätzchen mehr abbekommt, muss sich am Baumpfahl-Stand unterstellen. Dort erfahren Besucher am eigenen Leib, dass sich verstreute Holzschnitze unter den Schuhsohlen gar nicht mal so gut anfühlen.

Brückenschoppen vor dem Alten Rathaus

An mehreren Ständen mit Feuerzangenbowle können sich Studenten für die jährliche Feki-Vorführung des Heinz Rühmann-Klassikers von 1944 warmtrinken. Auch am Grünen Markt entlang wird das Budenbild kaum diverser: Mehr Kerzen, noch mehr Deko, dazwischen mehlige Maroni – wem’s schmeckt. Zugegeben, die blinkenden Sterne an den Kaufhausfassaden oberhalb des großen Glühwein-Flammkuchen-Bratwurst-Häuschens hübschen den Grünen Markt richtig auf.

Doch die Ecke des Bamberger Weihnachtsmarktes, die das fränkische Prädikat „arch schö“ wirklich verdient hat, befindet sich am Obstmarkt unterhalb der Oberen Brücke. Am Eingang zum Herzstück Bambergs, der Altstadt, haben einige lokale Cafés ihren Betrieb nach draußen verlegt. „Brückenbrenner“ oder „Bauernfänger“ heißen die Glühwein-Alternativen hier oben und versprechen ordentlich „Wumms“ in den Tassen. Was sich Besucher des Bamberger Weihnachtsmarktes auf keinen Fall entgehen lassen sollten, ist der Hot Apple Pie (#notsponsored). Mit Sahnehäubchen und optionalem Schuss trinkt sich der am besten vor den farbenfrohen Altbaufassaden oder mit Blick auf den Bamberger Kranen von der Oberen Brücke aus. Übrigens: Die Kulisse vor dem Alten Rathaus eignet sich auch ganz wunderbar für eure nächsten Insta-Posts.

Fazit: Weg vom Maxplatz und auf zum Obstmarkt!

Wer den Bamberger Weihnachtsmarkt bereits in den vergangenen Jahren besucht hat, wird auch diesmal nicht viel Neues entdecken. Ich möchte natürlich niemanden zu exzessivem Alkoholgenuss verleiten, aber der Weihnachtsmarkt eignet sich aus eigener Studienerfahrung gut als Treffpunkt für Uni-Stammtische, um nach ein, zwei, drei Gläsern Feuerzangenbowle gut gestärkt weiterzuziehen und die kalten Füße in einer Kneipe aufzuwärmen.

Mein Tipp: Ausschau nach regionalen Produkten halten, sich vom Gedrängel am Maxplatz wegschleichen und Richtung Altstadt aufmachen. Der geschmückte Obstmarkt ist so bezaubernd, dass selbst Weihnachtsmarktmuffeln wie mir ganz warm ums Grinch-Herz wird – mit einem heißen Apple Pie umso mehr.

Übrigens: Dass die Franken gerne früh mit ihren Weihnachtsmärkten dran sind, machen die Bayreuther vor. Warum über das „Winterdorf“ sogar die BILD berichtet, erfahrt ihr hier!

KURZGEFASST

Bamberger Weihnachtsmarkt

Maxplatz/Grüner Markt/Obstmarkt, 96052 Bamberg
Geöffnet vom 22.11. bis 23.12.2018, Montag bis Samstag von 9.30 Uhr bis 20 Uhr, Sonntag von 11 bis 20 Uhr

Frankenfeeling-Empfehlung: Hot Apple Pie am Obstmarkt

Von |26. November 2018|Kategorien: Ausprobiert|Tags: , , , , , , , |