– Im Tigerkäfig in sibirischer Kälte –

Habt ihr euch schon einmal in den Bayreuther „Tigerkäfig“ gewagt? Keine Angst, zähnefletschende Raubtiere warten nicht auf euch. Aber durchaus angriffslustige Eishockeyspieler. Ob als Fan, Touri, Student oder waschechter Bayreuther: Einmal sollte man ein Spiel der Bayreuth Tigers im Kunsteisstadion schon gesehen haben, oder? Das wollen meine Kollegen und ich (Jutta) herausfinden. Also: Winterjacke anziehen, Mütze und Schal schnappen und ab in den „Tigerkäfig“!

Brrr, es herrscht wirklich Eiszeit

Noch bevor das Spiel der Bayreuther gegen die Heilbronner Falken beginnt, ist meine Laune am Gefrierpunkt: Winterschuhe, mehrere Schichten Kleidung, Handschuhe – mich friert es trotzdem. Wie ich zwei bis drei Stunden in der Kälte aushalten soll? Keine Ahnung. Und dann ist das Stadion auch noch an den Seiten offen. Der Wind pfeift so richtig schön durch. (Achtung, Frostbeulengefahr!) Um mich rum sind Fans in Trikots, die schon freudig ins Stadion stürmen. Die sind doch verrückt! Es gibt also wirklich Leute, die sich hier freiwillig jede Woche stundenlang in die Kälte stellen?!  Ich muss mich schon überwinden, überhaupt aus dem Auto auszusteigen…

Aber diese Hürde habe ich gemeistert. Also gut, schauen wir den „Tigerkäfig“ von innen an. Meine Erwartungen sind gering, doch jetzt bin ich erstaunt: Es ist zwar nicht wärmer als draußen, aber ansonsten gemütlich. Unter dem großen Hallendach tummeln sich die Fans in schwarz-gelben Trikots an Essens- und Fanständen, es gibt einen beheizten Innenraum mit Kiosk und natürlich in der Mitte die große Eisfläche. Mehr als 4500 Menschen passen ins Stadion, ausverkauft ist es diesmal allerdings nicht. Wir suchen uns einen Platz auf der sehr leeren Tribüne.  Angekommen. Das Licht wird gedimmt. Die Fans zünden Wunderkerzen an: Die Tiger werden losgelassen! Unter großem Tam-Tam fahren die Bayreuther Spieler aufs Eis.

Eine coole Sache

Das Spiel beginnt – und es ist extrem schnell. Ich habe Probleme, dem Puck zu folgen. Während ich überlege, wie schmerzhaft es sein muss, so einen Puck mit vollem Karacho abzubekommen, fällt auch schon das erste Tor. Die Fans grölen, aus den Lautsprechern dröhnt „Sweet Caroline…ohohoh...“ Dass nur ein Drittel des Stadions besetzt ist, fällt nicht auf. Ich muss sagen: Die Atmosphäre ist klasse! Die gute Stimmung steckt mich an. Wäre nur diese verdammte Kälte nicht…

Glühwein, du bist die Rettung!

Während der Drittelpausen huschen Teresa, Dunja und ich kurz ins Warme. Beim Rausgehen ist uns dann aber umso kälter. Eine Lösung gegen das ständige Frieren ist das also nicht. Stundenlang auf einem Fleck in der Kälte stehen, das kenne ich sonst nur vom Weihnachtsmarktbesuch. Warum mir da, trotz weniger Schichten, nicht so bitterkalt ist? Ganz klar: Da habe ich auch immer einen Glühwein in der Hand! Moment mal, lag vorhin nicht sogar ein Glühweinduft in der Luft?  Und tatsächlich: Im Kiosk gibt es Heißgetränke. Wir setzen für 2,50 Euro auf die Wärme von Innen. Und es wirkt! So lässt es sich am Spielfeldrand aushalten. Ich habe nicht erwartet, dass der Stadionbesuch noch so gut wird.

Mein Fazit: Die Stimmung beim Eishockey sollte man einmal miterlebt haben. Ich war sicher nicht zum letzten Mal bei einem Eishockey-Spiel. Allerdings sollte es dann einige Grad wärmer sein.

Übrigens: Was ihr bei schönem Wetter in Bayreuth noch erleben könnt, lest ihr hier in unserer Städtetrip-Serie.

KURZGEFASST

Eishockey in Bayreuth

Wo? Eiskunsthalle Bayreuth
Wer? EHC Bayreuth Tigers

Online Tickets: 8 – 22 Euro
Besonderheiten: Halle ist teilweise offen