– Die nach dem Wolf suchen –

Lust auf Tiere gucken? Die Chance dazu habt ihr in Franken zum Beispiel im Wildpark Hundshaupten (Landkreis Forchheim) in der Fränkischen Schweiz. Ob sich der Weg dahin lohnt? Wir haben es für euch getestet!

Bekommen auch Tiere Herbstdepression?

So viel vorneweg: Wir hatten vermutlich einfach ein bisschen Pech. Es war kalt, es war nass, es war vormittags. Wer läuft da schon zu Hochtouren auf? Die Bewohner des Hundshauptener Wildparks jedenfalls nicht. Bei den Wildschweinen geht unsere Tour eigentlich noch gut los: Neugierig kommen sie durch den Matsch angestapft. Gerade der Nachwuchs ist gut gelaunt und zeigt das auch lautstark.

Dann geht es abwärts – aber nicht geographisch, dazu kommen wir noch. Der Waschbär pennt in der Ecke. Das Hängebauchschwein kommt kurz aus seinem Bau, hat aber entgegen jedem Klischee nicht einmal Lust zu fressen. Die Elchfamilie (dafür immerhin mit Zwillingen!) kuschelt weit entfernt im Wald und das Wisent schaut dem Pfleger beim Ausmisten zu. Wir entscheiden uns für die längste der drei Routen durch den Park, denn sie führt laut Plan durch mehrere Freigehege. Das klingt vielversprechend! Allerdings ist die Route rot eingezeichnet. Und das – man hätte vielleicht darauf kommen können – nicht ohne Grund.

Weiter, immer weiter..! Nach oben!

Die Fränkische Schweiz ist – wie die echte Schweiz übrigens auch – ziemlich bergig. Das ist einerseits logisch, aber die Wegführung im Wildpark hat uns dann doch überrascht. Es geht steil nach oben, immer wieder. Und so steil wieder nach unten, dass es auch keinen Spaß macht. Wir können uns ehrlich gesagt nicht vorstellen, wie das mit Kindern ein schöner Ausflug werden soll – schon gar nicht mit Kinderwagen.

Unsere Motivation auf der roten Route lässt auch schnell nach: Am höchsten Punkt angekommen, sehen wir zwar zwei Rehe, aber die verziehen sich schnell in ihren Ruhebereich: Betreten verboten! Schade. Und dann führt uns der Weg durch die Natur. Und damit ist Wald gemeint, denn Tiere sind für die nächsten 20 Minuten keine zu sehen. Da bieten sich Wortspiele an: Vielleicht heißt das Freigehege so, weil es frei von Tieren ist? Oder hatten die vielleicht frei? Haha!

Who let the wolves out?

Das nächste Lebewesen, auf das wir treffen, ist ein Mitarbeiter mit Laubbläser. Uns war vorher schon aufgefallen, dass die Wege im Park sehr sauber und frei von Laub waren. Der Mann ist die Erklärung! Mit dem Satz: „Wir müssen uns wenigstens die Wölfe angucken!“ machen wir uns  an den nächsten Anstieg, der noch steiler ist, als der erste. Ihr ahnt wahrscheinlich schon, was wir an diesem Vormittag nicht gesehen haben. Aber: Kurz vor dem Wolfsgehege begegnen wir zwei Hirschen, einfach so. Die dürfen sich im Park frei bewegen. Aber warum ausgerechnet zum Wolfsgehege? Vielleicht, weil sich kein Wolf zeigt. Und auch kein Luchs nebenan. Raubtierfreie Zone.

Ein Traum aus Wolle

Das mag bisher alles nicht so toll klingen, aber das Highlight kommt jetzt: Die alten Schafrassen! Und ganz besonders die Heidschnucken. Die leben eigentlich in Süd-Oldenburg und im Emsland. Doch auch die Exemplare im Hundshauptener Exil fühlen sich wohl und lassen sich bereitwillig mit Heu füttern. Das haben wir zwar kurz vorher aus ihrem eigenen Futtertrog geklaut, aber hey: Es schmeckt immer besser, wenn’s ein anderer serviert! Dazu gibt es Streicheleinheiten. Für die Schafe und für unsere geschundene und durchgefrorene Wildparkbesucher-Seele.

Die höchste Tierdichte gibt es übrigens im Eingangsbereich des Parks. Die sind zwar keine gefährlichen Raubtiere, sondern Kaninchen, Enten und Alpakas. Aber dafür sind sie wenigstens da und können in Ruhe betrachtet werden.

Unser Fazit

Der Wildpark Hundshaupten ist wirklich top gepflegt. Der Gesamteindruck ist gut, auch die Gehege sind aus unserer Sicht völlig in Ordnung. Bedenken in Sachen Tierschutz hatten wir zumindest keine. Ihr müsst euch allerdings bewusst sein, dass ihr kaum ohne schmerzende Waden wieder nach Hause kommt. Es geht teilweise schon sehr steil nach oben und zwischendurch ist es eher ein Spaziergang in der –  sehr schönen – Natur der Fränkischen Schweiz mit ein paar Tieren als Bonus. Wenn ihr darauf Lust habt, dann könnt ihr die Reise nach Hundshaupten ohne Bedenken antreten. Denn der Eintrittspreis von nur fünf Euro für Erwachsene ist wirklich unschlagbar.

KURZGEFASST

Wildpark Hundshaupten
Hundshaupten 62, 91349 Egloffstein
Eintritt: 5 Euro (Erwachsene)
Öffnungszeiten: Täglich von 10-17 Uhr (Wintersaison; ab November); 9-18 Uhr (Sommersaison; ab März)