Insekten essen: Die Australian Bar & Kitchen in Nürnberg im Test

– Großes Krabbeln auf dem Teller: Die Dschungelcamp-Prüfung –

Beim Dschungelcamp zählt diese Speise als Prüfung mit Ekelfaktor und das nicht nur für die Kandidaten, sondern auch für die Zuschauer vor dem Fernseher: Insekten essen. In unserem Kulturkreis ist es einfach noch nicht üblich, geröstete Maden oder frittierte Grillen zu essen. Und das, obwohl weltweit über 2000 essbare Insektenarten bekannt sind und diese für viele Menschen eine wichtige Nahrungsquelle sind. Ich (Theresa) habe mich dieser „Dschungelprüfung“ unterzogen.

Alles Kopfsache: Heuschrecken zur Vorspeise

In Asien, Lateinamerika und Afrika ist es mittlerweile üblich, dass Insekten gegessen werden. Auch in Deutschland gibt es mittlerweile einige Restaurants, die die exotischen Speisen anbieten. Im Internet lassen sich Heuschrecken zum Beispiel mit Kräuter-Geschmack bestellen. Die Australian Bar & Kitchen in Nürnberg hat gleich mehrere Gerichte mit den gesunden Eiweiß-Lieferanten auf ihrer Karte: Ob ein Vorspeisenteller mit Heuschrecken, die unterschiedlich gewürzt sind oder als Extra im Burger.

Die leichte Nervosität verfliegt jedoch sehr schnell, weil es bei der Einrichtung der australischen Bar so viel zu entdecken gibt: Im Zentrum des Restaurants befindet sich eine große Bar, um die Tische im Retro-Look und sehr bequeme Ledersessel angeordnet sind. An der Decke über der Bar findet sich eine Landkarte von Australien, die von mehreren Lichtern beleuchtet wird.

Knusprige Heuschrecken oder Hühnerhaut

Dann kommt der Vorspeisenteller. Ich sitze vor dem Teller, der hübsch mit essbaren Blumen garniert ist. In der Mitte befindet sich noch etwas Öl mit Chilifäden zum Dippen. Und dann die Heuschrecken. Sie erinnern mich an Garnelen. Wenn ich nicht wüsste, dass es sich dabei wirklich um Insekten handelt, dann würde ich sie sofort essen. Ich nehme eine der kleinen Heuschrecken und schau sie mir noch einmal kurz an. Ja, es handelt sich eindeutig um einen „Hopper“: Ich sehe die Kiefer und die Augen. Jetzt ist mir doch etwas mulmig im Bauch.

Und schließlich wage ich es. Ich nehme das Krabbeltier mit Daumen und Zeigefinger und beiße mit zugekniffenen Augen zaghaft hinein. Ich beginne zu kauen und stelle fest, dass die Grashüpfer gar nicht so schlecht schmecken. Auf alle Fälle knuspert es schön im Mund und das erinnert mich sehr an Chips. Die Natur-Heuschrecke ist sehr knusprig und schmeckt etwas nussig. Dann gibt es noch eine, die mit Meersalz bestreut ist und eine weitere, die in Bacon eingewickelt ist. Das Meersalz knuspert noch mehr im Mund und bei der in Bacon eingewickelten Heuschrecke dominiert vor allem dessen Geschmack.

Frankenfeeling-Fazit: Natur-Heuschrecken schmecken am besten

Ich fand die Heuschrecken wirklich lecker und bei weitem nicht so ekelig, wie das im Fernsehen dargestellt wird. Die Angst, die Insekten zu essen, die in anderen Ländern ein Grundnahrungsmittel sind, passiert wirklich nur im Kopf und lässt sich eben auf Sendungen wie das Dschungelcamp, Horrorfilme & Co. zurückführen. Mir persönlich hat tatsächlich die Natur-Heuschrecke am besten geschmeckt. Das könnte ich mir durchaus gut als Extra in einem Burger vorstellen. Für 9,90 ist das natürlich eine etwas teurere Vorspeise, aber ich finde trotzdem, dass man sie mal ausprobieren sollte. Vielleicht wird das ja in Zukunft ein gängigeres Nahrungsmittel bei uns.

KURZGEFASST

Australian Bar & Kitchen

Wo? Obstmarkt 26, 90403 Nürnberg

Was? Insektensnacks mit Heuschrecken oder Grashüpfern

Wie viel? Vorspeisenteller für 9,90 Euro

Von |6. März 2019|Kategorien: Ausprobiert|Tags: , , , , , |