– Mit Vollgas im Kreis –

Ich bin kein Fan der Formel 1. Autos, die im Kreis fahren? Ist doch langweilig, denke ich mir immer und ignoriere Sebastian Vettel und Co seit Jahren.

Manch einer behauptet, dass so etwas nur jemand sagt, der noch nie ein Rennen gefahren ist. Richtig. Bis jetzt. Denn wir haben die Kart Arena in Marktzeuln ausprobiert und uns auf die Rennstrecke gewagt. Meine Mitstreiter sind Christoph, Dunja und Stephanie.

Bis zu zwölf Fahrerinnen und Fahrer können auf einer Länge von knapp 490 Metern bei bis zu 45 Stundenkilometer ihr fahrerisches Können messen. Statt Formel 1-Boliden nehmen wir allerdings E-Karts. Bevor es losgeht, gibt es noch eine Einweisung. Rechts Gas, links Bremse. Ein paar Regeln. Helm auf. Fertig.

 Ab auf die Strecke

In der Variante „Race Monaco“ stehen uns 30 Minuten Rennaction bevor. Im zehnminütigen Qualifying geht es darum, sich an die Strecke und den Kart zu gewöhnen. Wer die schnellste Runde dreht, steht beim Start des Rennens ganz vorne. Wer eine Blaue Flagge sieht, muss schnellere Fahrzeuge überholen lassen und die Ideallinie freigeben.

Die ersten Runden sind langsames Herantasten. Im wahrsten Sinne des Wortes. Von zehn Runden unterbiete ich nur zweimal die Marke von 42 Sekunden. Im Vergleich dazu läuft es im Rennen um Welten besser. Gleich fünfmal schaffe ich es unter 40 Sekunden zu bleiben.

Einen kurzen Schockmoment gibt es leider auch. Dunja will im Qualifying etwas zu viel und macht Bekanntschaft mit der Bande. Glücklicherweise ist ihr nichts passiert, auf das Rennen verzichtet Dunja aber lieber.

Beim Start kommt dann wirklich Formel 1-Feeling auf. Wenn die fünf roten Ampeln nicht mehr leuchten, heißt es: Feuer frei! 20 Minuten haben wir Zeit, alles aus dem Kart herauszuholen.

Das Rennen verläuft allerdings etwas einseitig. Christoph setzt sich schnell ab, ich komme nicht näher ran und Stefanie fährt hinterher. Zu allem Überfluss macht ein Reifenplatzer meine Hoffnungen auf den Sieg endgültig zunichte. Aber wenigstens glückt mir mit 39,404 Sekunden die schnellste Runde. Rennfahrer werde ich aber wohl in diesem Leben trotzdem nicht mehr.

Kartfahren: Hoher Spaßfaktor

Obwohl wir nur zu Dritt auf der Strecke unterwegs sind, macht es unheimlich Spaß. Um für mehr Action zu sorgen, solltet ihr aber definitiv mehr als drei Leute sein. Was ich dagegen völlig unterschätzt habe, ist die mentale Belastung. Wenn ihr wirklich immer auf der Ideallinie fahren wollt, müsst ihr euch jede Sekunde auf die Strecke konzentrieren, sonst verliert ihr sofort  Zeit und wichtige Meter. Ich ertappe mich mehrmals dabei, wie die Konzentration schwindet und ich langsamer werde.

Als die Karierte Flagge das Ende des Rennens signalisiert, bin ich zwiegespalten. Einerseits möchte ich weiterfahren, um noch bessere Zeiten zu erzielen, andererseits bin ich  froh, da ich mich kaum noch konzentrieren kann. Mein Interesse für Sebastian Vettel und seine Kollegen wird zwar weiterhin gering bleiben, dafür kann ich empfehlen, einfach selbst auf die Rennstrecke zu gehen, statt dabei zuzusehen, wie die Formel 1-Autos im Kreis fahren.

Spiderramp als Besonderheit

Als eine der ersten Besucher durften wir die sogenannte „Spiderramp“ ausprobieren. Dieser Streckenabschnitt ist einzigartig in Europa und insofern besonders, dass man beim Überfahren der Brücke deren Ende nicht sehen kann. Zu Beginn ist es schon gewöhnungsbedürftig, aber das legt sich auch schnell wieder.

KURZGEFASST

Kart Arena Marktzeuln
im Landkreis Lichtenfels
Einzelfahrten: ab 11,50 Euro
Race Monaco: 30 Euro
ganzjährig geöffnet