Plastikfrei einkaufen Teil 3: Unverpackt-Laden „Zero Hero“

-„Zero Hero“: Die Anlaufstelle für verpackungsfreien Einkauf-

Im Supermarkt fallen mir immer wieder die vielen Verpackungen auf: die meisten aus Plastik und in größeren Verpackungen finden sich noch einmal kleinere. Das muss aber aus Verbrauchersicht gar nicht so sein. Eine Lösung für weniger Müll sind Unverpackt-Läden. Ich (Theresa) habe mir für Euch den Unverpackt-Laden „Zero Hero“ in Nürnberg angeschaut. Was gibt es da? Bekomme ich dort alles, was ich in den großen Supermarkt-Ketten auch bekomme? Und vor allem, wie teuer ist das plastikfreie Einkaufen?

Ein völlig anderes Kauferlebnis

Im Supermarkt bin ich oft regelrecht erschlagen, von den vielen Produkten. Da muss ich mich zwischen 20 verschiedenen Sorten Naturjoghurt entscheiden und finde am Ende zwischen all den vielen Sachen doch nicht das, wonach ich suche. Bei „Zero Hero“ war das anders. Der kleine Laden ist sehr übersichtlich gestaltet und es gibt nicht so viel Auswahl. Trotzdem bekommt man alle wichtigen Lebensmittel oder Gebrauchsgegenstände für den Alltag. Auf der rechten Seite befinden sich die Spender mit Haferflocken, Nüssen, Trockenfrüchten und Mehl. Mit den jeweiligen Tafeln darüber, auf denen die Lebensmittelgruppen stehen, findet man schnell, was man sucht. Sogar Schokolinsen und Gummibärchen gibt es. Im hinteren Teil finden sich in Gläsern Shampoo- und Dusch-Seifen, Duschgel, Zahnbürsten, Strohhalme, aber auch Brotzeitdosen.

Einkaufserlebnis für alle Sinne

Der Laden von Gründer Thomas Linhardt, soll zum Verweilen einladen. Einkaufen sollte keine Hetzjagd sein, findet er. „Wenn man hört wie der Reis in das Glas hineinfällt oder man den Kaffee und die Gewürze riecht – das ist ein Einkaufserlebnis für alle Sinne. Das entschleunigt den Einkauf.“

Und da gibt es eine Menge zu entdecken: Über 650 Produkte von Lebensmitteln bis hin zu Kosmetik und Hygieneartikeln, Haushaltsgegenständen und Büchern finden sich in den Regalen und Lebensmittelspendern. „Wir haben hohe Anforderungen an unsere Produkte. Unsere Grundprinzipien sind unverpackt, regional, fair gehandelt und biologisch.“ Das einzige was es bei „Zero Hero“ noch nicht gebe, seien Frischfleisch und Wurst, erklärt Linhardt.

Darüber hinaus gibt es wiederverwendbare Produkte für Küche und Bad aus Glas oder Metall. Dazu gehören zum Beispiel Brotzeitdosen oder Glas-Strohhalme. Auch im Bereich der Kosmetik und Hygiene-Artikel bietet „Zero Hero“ viele nachhaltige Produkte, wie Kämme, Bürsten und Zahnbürsten, Rasierer und ähnliches an. Alles natürlich ohne lästige Verpackung.

Was du für einen Einkauf bei Zero Hero brauchst und der Preis

Für deinen verpackungsfreien Einkauf brauchst du nur einen Rucksack oder eine Stofftasche und Gefäße, die du befüllen kannst. Dafür eignen sich Einweg- oder Vorratsgläser und Glasflaschen. Wenn du nichts dabei hast, ist das auch kein Problem. Vor Ort kannst du Gläser, Flaschen oder Dosen auch direkt kaufen und gleich im Anschluss befüllen.

Einkauf bei kleineren, regionalen Lieferanten

Nun zum Kriterium Preis: Die Lebensmittel in dem Unverpackt-Laden kosten nicht mehr als im Bio-Laden, erklärt Lindhardt. Auch sein Kollege Arthur König hält noch einmal fest: „Die meisten vergleichen unsere Preise mit den falschen Produkten. Wir haben andere Qualitätsansprüche und kaufen zum Beispiel auch bei kleineren, möglichst regionalen Lieferanten ein. Das ist dann natürlich etwas teurer.“

Ich schlendere durch das Geschäft und schaue mir alles genau an. Die Preise sind völlig in Ordnung, finde ich und danach kann man mit einem guten Gefühl und ruhigen Gewissens den Laden verlassen.

Zucker bekommt man bei „Zero Hero“ schon für 0,49 Euro pro 100 Gramm und Rohrzucker für 0,45 Euro. 100 Gramm Haferflocken kosten 0,29 Euro und Weizennudeln 0,32 Euro.

Kleine Mengen kaufen und nichts wegwerfen

Ein großer Pluspunkt von „Zero Hero“: bedarfsgerechtes Einkaufen. Hier kann man wirklich so viel kaufen, wie man auch braucht. Ich denke daran, wie viel Zucker oder Speisestärke ich brauche. Das ist vielleicht alle drei Monate der Fall. Ohne richtige Lagerung wird dann vieles einfach schlecht. „So spart man nicht nur Verpackungsmüll, man wirft auch nicht mehr so viel weg“, sagt Lindhardt.

Mehr vom Shampoo

Die Shampoo-Stücke seien aus Konzentraten gemacht. „Mit ungefähr 10 Euro pro Stück sind sie zwar nicht ganz billig, aber sie reichen dafür doppelt so lange wie normales,“ erklärt Linhardt. Die Glasfeile mit 3,90 Euro oder eine große Zahnbürste für 3,90 Euro bekommt man so auch nicht viel günstiger.

Fazit

Ich finde, dass die Preise bei „Zero Hero“ vollkommen in Ordnung sind. Man bekommt eine völlig andere Qualität und kann mit einem guten Gefühl wieder aus dem Geschäft heraus gehen. Und man hat mit Thomas Linhardt und Arthur König vertrauensvolle Ansprechpartner. Sie können zu dem Thema „verpackungsfrei leben“, aber auch zu den Produkten vieles erzählen. Außerdem bieten sie Vorträge und Führungen an. Mich hat mein Besuch auf alle Fälle positiv überrascht und es war ein Anstoß zum Umdenken in dem ein oder anderen Lebensbereich bei mir.

Wenn euch das Thema interessiert könnte ihr auch mal den Beitrag von Mirjam zum Unverpackt Laden in Bamberg oder von Rebecca aus Würzburg lesen. Aber auf unserem Blog gibt es noch viel mehr: Die erste Avocado-Bar Deutschlands ist zum Beispiel in Würzburg. Jutta und Teresa sind für euch dort gewesen und haben sich das mal angesehen.

KURZGEFASST

Unverpackt-Laden Zero Hero in Nürnberg

Preise: sehr unterschiedlich, aber auch hohe Qualität, Regionalität und biologischer Anbau

Tipp: Gerade bei kleineren Portionen lohnt sich ein Einkauf dort!

Von |4. April 2019|Kategorien: Ausprobiert|Tags: , , , , |