Quest4exit: Der Bamberger Exitroom im Test

– Nummer 47: Mit Doktor Schiwago in Bambergs Escaperoom –

Nicht. Das. Klavier. Bewegen. Auf keinen Fall. Nicht schieben, nicht ziehen, nicht anheben. Das hat Niklas sehr deutlich gemacht. Und dabei wäre es so verlockend, die Regeln zu brechen. Schließlich warten wir gerade darauf, von einem blutrünstigen Killer abgeschlachtet zu werden.

Er soll einer der kniffligsten Exitrooms in ganz Deutschland sein. Gut versteckt in der Geisfelder Straße, hinter Fitnessstudio und Kinderparadies, lauern die vertrackten Geheimnisse von „Nummer 47“, einem der Bamberger Escaperooms von Quest4exit. Die Regeln lauten wie bei jedem Exitroom: Ein Team, ein Raum und 60 Minuten Zeit, um zu überleben. Und Finger weg von allem, was mit einem Do-Not-Touch-Symbol markiert ist. Denn selbst in einem Exitroom ist manches nur Deko.

Nummer 47: Je gruseliger, desto besser

Direkt neben Raum 47, nur ein paar Schritte den Gang hinunter, liegt der „Bunker“. Doch Nummer 47 verspricht den höheren Schwierigkeitsgrad und Gruselfaktor. Eine leichte Entscheidung. Die Story hinter unserem Gänsehautreichen Aufenthalt ist simpel und schnell erzählt: Abends gemeinsam unterwegs, stoßen Jutta, Anna-Lena, Dunja, Christoph und ich (Teresa) auf ein verlassenes Haus, die Tür steht einen Spalt offen. Wer in seinem Leben auch nur einen einzigen Horrorfilm gesehen hat, weiß, was das vorhersehbare Protagonisten-Klischee nun verlangt: Wir gehen wider jeden besseren Wissens hinein.

Exitroom mit Horrorfilm-Plot

Dem Exitroom in Marktzeuln konnten wir nicht innerhalb von 60 Minuten entfliehen, dafür schafften wir es in Erlangen sogar auf die Wall of Fame. Nun unsere nächste Rätsel-Challenge im Raum 47: Zerknitterte Notenblätter, ein Regal, in dem sich Buchrücken an Buchrücken und damit endlose mögliche Hinweise aneinanderreihen und eine VHS-Kassette im Stil eines „The Ring“-Sequels. An der Wand hängt ein ausgestopfter Ziegenkopf, der uns kritisch von oben herab beäugt. Und dazwischen überall ein bisschen Doktor Schiwago.

Wer ist eigentlich dieser Justus?

Fünf Joker stehen uns zur Verfügung und wir verbrauchen jeden einzelnen. Ein Freund namens Justus versorgt uns per Wählscheibentelefonat mit Survival-Tipps. In einem Horrorfilm hätte er sich durch dieses Insiderwissen gerade zum Hauptverdächtigen gemacht. Aber dann ist ja da noch dieser unheimliche Typ, der mit regelmäßigen Anrufen daran erinnert, uns demnächst einen höchst unangenehmen Besuch abzustatten. Wer nicht mit einem Wählscheibentelefon umgehen kann, wird übrigens zu Beginn von Mitarbeiter Niklas instruiert. Wir sind leider schon zu alt für diese Schulung.

Frankenfeeling-Fazit: Ist er zu schwer, sind wir zu doof

Vor der Spurensuche im Escaperoom können Besucher kostenlose und schokoladige Nervennahrung futtern. Und so viel sei verraten: Greift lieber ordentlich zu. Denn der Raum 47 ist verdammt tricky. So tricky, dass wir uns bei jedem neuen resignierten Anruf bei Justus dezent dumm vorkommen. Einzelkämpfer kommen hier nicht weit, jeder muss konzentriert bleiben. Dafür punktet Raum 47 umso mehr mit seiner tollen Ausstattung und hält sogar blutige Überraschungen bereit. Am Ende sind wir so auf die rettende Zahlenkombination fokussiert, dass wir nicht einmal das Motorenbrummen des eintreffenden Killers hören – zehn Sekunden vor Ablauf der Zeit. 22 Minuten habe das beste Team bisher übriggehabt, erzählt Niklas. Was soll’s, Hauptsache draußen! Die entdeckten Hinweise im Nachgang online auszuplappern, ist übrigens strengstens untersagt. Ansonsten kann es gruselig teuer werden.

KURZGEFASST

Exitroom Quest4exit

Wo? Geisfelder Straße 48, 96050 Bamberg

Wann? Freitag bis Sonntag, 11-20 Uhr (verfügbare Timeslots auf Homepage)

Was? zwei Räume („Nummer 47“ und „Der Bunker“)

Wie? hoher Schwierigkeitsgrad, hoher Gruselfaktor

Wie viel? bei zwei Personen jeweils 40 Euro, bei vier jeweils 25 Euro, bei sechs jeweils 20 Euro

Von |7. Februar 2019|Kategorien: Ausprobiert|Tags: , , , , , , , |