Städtetrip: Mit 10 Euro durch Bamberg

 – Zwischen Humsera und Rosengarten –

Es muss nicht immer Paris, London oder Barcelona sein. Städtetrip geht auch auf fränkisch. Wer mit kleinem Geldbeutel unterwegs ist, für den haben wir ausprobiert: Wie weit kommt man mit 10 Euro in den fränkischen „Metropolen“? Heute: Ein Tag in Bamberg.

Kostenloses Trinkwasser an der Humsera

Gleich zu Beginn unseres Städtetrips in Bamberg gönnen wir uns am Zentralen Omnibusbahnhof (Zob) ein Tagesticket für die Busse in Bamberg. Zusammen bezahlen wir dafür sieben Euro, also 3,50 Euro pro Person. Das ist es uns wert. Vom Maxplatz, der guten Stube Bambergs, gehen wir Richtung Gabelmann.

Zwischen Maxplatz und Gabelmann steht am Grünen Markt die Humsera. Aus der Statue kommt Trinkwasser, da füllen wir uns gleich einmal kostenlos unsere Flaschen auf. Ursprünglich war die Humsera eine bekannte Gärtnerin, die auf dem Bamberger Wochenmarkt ihr Gemüse verkaufte. Noch heute holen sich die Marktverkäufer an der Humsera Wasser für ihre Blumen. Dann ziehen wir am Gabelmann vorbei. Weil an dem Brunnen der römische Meeresgott Neptun abgebildet ist, der einen Dreizack hält, wird der Platz Gabelmann genannt. Obwohl man sich vor dem Brunnen auf den Steinstufen hinsetzen und das geschäftige Treiben beobachten kann, ziehen wir weiter.

Am Schlenkerla vorbei zum Bamberger Dom

Über die Obere Brücke geht es am Alten Rathaus, dem Postkartenmotiv Bambergs, entlang in das Sandgebiet. Hier liegt auch die berühmt-berüchtigte Sandstraße, die der Sandkerwa ihren Namen verleiht. Vor dem Schlenkerla-Gasthaus ist es am Vormittag noch leer. Sonst stehen bei gutem Wetter die Besucher davor und trinken ihr Rauchbier. Ob man das wirklich probiert haben muss, lest ihr bald hier auf Frankenfeeling.

Nach den Brauereien Schlenkerla und Ambräusianum  biegen wir links ab zum Katzenberg. Am oberen Ende der Treppe wartet schon der Domplatz auf uns. Hier erhebt sich majestätisch der Bamberger Dom, der natürlich auf unserer To-Do-Liste steht. Nach der Dombesichtigung geht es weiter in den Rosengarten der Residenz. Nach dem Trubel in der Innenstadt kann man hier zur Ruhe kommen und die tolle Aussicht auf sich wirken lassen.

Bamberg von oben: Kloster Michelsberg und Villa Remeis

Nach einer kurzen Ruhepause im Rosengarten sind wir etwas lauffaul. Deshalb steigen wir vor der Residenz in den Bus 910 und fahren hinauf zum Michelsberg. An der Villa Remeis steigen wir aus. Wer dachte, die Aussicht vom Rosenberg war schon toll, dem verschlägt es hier noch einmal den Atem. Mit etwas mehr Budget würden wir uns jetzt in das Restaurant der Villa Remeis setzen und den Ausblick bei einem Essen und einem Glas Wein genießen. Weil dafür unsere zehn Euro aber nicht reichen, laufen wir ein Stück abwärts zum Kloster Michelsberg. Im Innenhof des Klosters befindet sich ein Brauereimuseum, das von April bis Oktober geöffnet hat. Vier Euro für den Eintritt könnten wir uns mit unserem knappen Budget sogar leisten. Wir entscheiden uns aber erst einmal dagegen und laufen in den Klostergarten. Unterhalb des Klostergartens, an dem südwärts abfallenden Hang, wurde ein Weinberg herangezüchtet. Von hier aus laufen wir auf einem ausgewiesenen Panoramaweg wieder runter vom Michelsberg.

Traditionsgeschäfte an der Oberen Brücke

Wieder in der Innenstadt angekommen, kaufen wir uns bei einem Bamberger Bäcker erst einmal ein Sandwich und ein Getränk und machen Mittagspause. Gestärkt zieht es uns Richtung Obere Brücke. Dort reihen sich viele Bamberger Traditionsgeschäfte aneinander. Darunter auch das Mohrenhaus, das für seine ausgefallenen Tees, Feinkost und Lifestyle-Artikel bekannt ist. Gleich neben dem Mohrenhaus reiht sich das Café Riffelmacher, ein Paradies für Torten und andere süße Leckereien. Im Sommer ist besonders das Eis der hauseigenen Manufaktur beliebt, vor allem weil es ausgefallene Sorten, wie Gurke oder Caipirinha gibt. Jann entscheidet sich tatsächlich für Gurke, ich bleibe bei Mango. Zum Eis essen setzen wir uns auf die untere Brücke, einem Bamberger Hotspot. Hier sitzen bei gutem Wetter meist Studenten und beobachten die Passanten.

Wer jetzt noch genug Energie hat, kann vom Zob aus mit dem Bus (906) zur Erba fahren. Auf dem ehemaligen Industriegelände an der Nordspitze Bambergs steht heute ein Teil der Otto-Friedrich-Universität samt modernem Wohnheim im Industriestil. Dahinter erstreckt sich der Erbapark, ein fast 14 Hektar großes Naherholungsgebiet. Auf dem ehemaligen Landesgartenschaugelände kann man wunderbar spazieren gehen. Vor allem für Familien ist es hier toll, weil es einen Spielplatz und Wasserstellen zum Planschen gibt. Am Anfang des Parks gibt es ein süßes Café, das vegane und vegetarische Kuchen, Torten und herzhafte Kleinigkeiten verkauft. Weil wir kein Geld mehr haben, machen wir nur einen kurzen Abstecher.

Fazit

Etwas voreingenommen muss ich sagen: Bamberg ist eine tolle Stadt, die mit ihrem besonderen Flair und einer ganz speziellen Mischung von Einwohnern überzeugen kann. Natürlich gibt es viele Museen und Sehenswürdigkeiten, die man sich in der Weltkulturerbestadt anschauen könnte. Die eigentliche Atmosphäre der Stadt bekommt man aber kostenlos: an vielen tollen Plätzen und Aussichtspunkten. Vor allem von den Hügeln aus lässt sich das Treiben im Fränkischen Rom, wie Bamberg wegen seiner sieben Hügel liebevoll genannt wird, am besten beobachten.

KURZGEFASST

Ein Tag in Bamberg
Mittagssnack: 4,50 Euro
Busticket (Tagesticket): 3,50 Euro
Eis: 1,30 Euro
Gesamt: 9, 30 Euro