Wir haben unse eine Aufgabe gestellt: Wie weit kommen wir mit 10 Euro in einer Stadt?

Unser Los fiel auf Coburg – weder Sarah noch ich waren jemals dort. „Na dann viel Spaß, da gibt es fast nichts“, warnen uns unsere Kollegen vor.

Die Anfahrt von Bamberg aus und die Parkplatzgebühr werden in den zehn Euro nicht berechnet, weil es das Budget sprengen würde. So beginnen wir also direkt in der Stadt.

Coburg ist eine kleine schnuckelige Stadt mit 41.000 Einwohnern. In der Innenstadt gibt es viele kleine Gassen, die im Marktplatz münden, auf dem sich das Rathaus befindet.

Pech im Spiel, Glück in Coburg?

Aber erst mal der Reihe nach. Da es vielleicht schwierig wird mit zehn Euro pro Person auszukommen, ist unsere erste Idee: Wir vermehren unser Geld. Deswegen führt unser erste Weg in eine Spielothek – eine Premiere für uns beide. Wir beide investieren jeweils einen Euro und werfen ihn in einen einarmigen Banditen. Die Bedienung schmunzelt nur – erklärt uns aber geduldig, wie wir unseren Euro am einfachsten einsetzen können.

Jede von uns hat zehn Mal die Chance etwas zu gewinnen. Der Erfolg ist gleich null. Also zumindest fast. Ich kann 40 Cent erspielen, die setze ich aber gleich für vier neue Versuche ein. Das  Ziel war es schließlich mehr zu gewinnen. Aber es hilft nichts – kein Daumendrücken, kein Hoffen und Bangen. Die ersten zwei Euro sind also verspielt. Pech im Spiel, Glück in der Liebe heißt es doch.

Dann ziehen wir unverrichteter Dinge Richtung Marktplatz weiter. Der Marktplatz ist so, wie man sich einen klassischen Marktplatz vorstellt. Mit Brunnen und Statue von einer berühmten Person. Die berühmte Person ist im Falle von Coburg Prinz Albert. Der Ehemann von Königin Viktoria von England und somit der Ur-Ur-Großvater der heutigen Königin von England. Auf dem Marktplatz sieht man auch die berühmten Coburger Erker an den Hausecken.

Der Geruch von frischen Bratwürsten

Und besonders typisch für Coburg: Eine Bratwurstbude, die ihren Rauch quer über den Platz verteilt. Die Coburger sind stolz auf ihre Bratwurst und sie ist auch besonders. Gebraten wird sie nämlich auf Kiefernzapfen, wodurch sie ein besonderes Aroma enthält. Anhand der langen Schlange kann man sehen, dass sie auch gut schmecken muss. Der Hunger packt uns noch nicht, also ziehen wir weiter.

Wo kann man sich besser über Eintrittspreise und Sehenswürdigkeiten informieren als im Tourismus-Center. Dort erklären wir einer freundlichen Dame die Herausforderung unserer Aufgabe. Dank dem Pech in der Spielothek, schlägt das Glück nun doppelt zurück. Wir dürfen eine Stadtführung umsonst mitmachen. Wir besichtigen die älteste Kirche der Stadt, die Moritzkirche, die direkt gegenüber vom Casimirianum steht. Das Casimirianum ist das älteste Gymnasium der Stadt und steht dort seit dem 17. Jahrhundert.

Am Rande der Innenstadt befindet sich Schloss Ehrenburg und der Schlossplatz. Leider ist bei unserem Besuch der Schlossplatz von einer Open-Air Veranstaltung belegt, sodass wir den Platz nicht betreten können. Schade, denn das zählt sicher zu den Highlights der kleinen Stadt, so unsere Kollegen.

Dann packt uns der Hunger und wir entscheiden uns für ein Cafè auf dem Marktplatz, bei dem es herzhafte Pfannkuchen gibt. Aufgrund des schmalen Budgets müssen wir auf ein Getränk verzichten. Für die Kellnerin in Coburg kein Problem. Im Gegenteil: Gespannt fragte sie uns zu unserem Projekt aus.

Da es so heiß ist, gönnten wir uns von unserem letzten Geld noch eine Kugel Eis. Unser ganzes Geld geht somit für die kulinarischen Köstlichkeiten in Coburg drauf. Vor allem die Pfannkuchen auf dem Marktplatz mit dem Geruch von Bratwürstchen, dem Geschrei auf dem Markt und der Freundlichkeit der Coburger ist sehr zu empfehlen.

Zum Abschluss fahren wir auf die Veste Coburg. Man kann da auch theoretisch hinauflaufen, aber das ist uns dann zu weit, zu heiß und zu anstrengend. Vor der Touristeninformation fährt auch ein Zug zur Veste rauf, aber das Budget ist leider aufgebraucht. Also mit dem Auto quer durch die Stadt und den Berg rauf zur Veste.

Auf das Gelände der Veste kommt man ohne Eintritt zu bezahlen, wenn man aber innen rein möchte und das Museum besichtigen will, kostest es etwas. Aber schon alleine das Außengelände und der Ausblick auf die Landschaft um die Veste herum sind den Weg wert. Der richtige Abschluss für einen schönen Tag in Coburg.

Wer Action sucht, muss woanders hin

Was man mit mehr Geld noch hätte machen können? Eine Stadtführung, die im Sommer täglich um 11 Uhr beginnt, gibt für die Geschichtsinteressierten noch einen guten Überblick über die Geschichte der Stadt und auch über die Besonderheiten. Denn: Ohne diese Informationen sieht man als Tourist nur Statuen, Fachwerkhäuser und Gebäude, deren Geschichte und Bedeutung man nicht weiß.

Ansonsten ist Coburg eine schöne kleine Stadt, die vielleicht nicht das Mekka der Touristen, aber dennoch einen Besuch wert ist, wenn man in der Umgebung lebt, oder einen kleinen Tagesausflug machen will. Wer auf die Großstadtaction steht oder gerne Trubel und Moderne haben will, der ist in Coburg fehl am Platz.

KURZGEFASST

Ein Tag in Coburg
Eis: 1 Euro
Pfannkuchen: 8,50 Euro
Spielothek: 1 Euro
Gesamt: 10,50 Euro