Städtetrip: Mit 10 Euro durch Nürnberg

– Großstadtflair und raus ins Grüne –

Es muss nicht immer Paris, London oder Barcelona sein. Städtetrip geht auch auf fränkisch. Wer mit kleinem Geldbeutel unterwegs ist, für den haben wir ausprobiert: Wie weit kommt man mit 10 Euro in den fränkischen „Metropolen“? Heute: Ein Tag in Nürnberg.

Typisch Nürnberg

Was ist das Erste, das euch in den Sinn kommt, wenn ihr an Nürnberg denkt? Viele werden den Christkindlesmarkt nennen, der im Oktober aber noch keine Rolle spielt, andere vielleicht die Burg. Auch ich habe an die Nürnberger Burg gedacht und dann daran, wie langweilig solch ein Blogpost werden würde, weil er zu offensichtlich wäre. Deswegen nehme ich euch heute mit in ein Nürnberg, das nicht nur Großstadt-Flair hat, sondern auch ein Paradies für Naturliebhaber ist.

Wer am Hauptbahnhof in Nürnberg ankommt, sieht erst einmal viel: Trubel, Straßenbahnen und Busse, die sich kreuzen, Baustellen und viele Menschen, die irgendwo hin wollen. Wer vom Hauptbahnhof aber nicht in die Innenstadt abbiegt, sondern an der Hauptstraße entlang Richtung Prinzregentenufer läuft, entfernt sich ein bisschen vom Gedränge. Am Prinzregentenufer und der Wöhrder Wiese entlang laufen wir zum Wöhrder See.

Kitsch am See

Und weil das Wetter wunderschön ist, überrede ich meinen Mann zu einer halben Stunde mit dem Tretboot. Weil ein Flamingo viel zu kitschig ist, entscheiden wir uns für die Ente. Die Hälfte des Budgets ist damit aufgebraucht, denn wir zahlen insgesamt 10 Euro für 30 Minuten. Die lohnen sich aber – denn die Atmosphäre auf dem Wasser ist herrlich. Um uns herum schwimmen Blässhühner und Reiherenten. Autolärm ist nicht zu hören, dafür aber das Quaken der Wasservögel. Viel zu schnell vergeht die Zeit – verlängern wäre laut Aussage der Betreiberin auch kein Problem gewesen. Für unser Budget aber schon, deswegen beginnen wir mit unserer Wanderrunde um den See.

Den See ganz zu umrunden dauert uns allerdings an diesem Tag zu lang, weswegen wir nach einer halben Stunde wieder umkehren und zurück Richtung Stadt laufen. Unterwegs machen wir einen Halt beim Bäcker und gönnen uns je einen Cappuccino für insgesamt 5 Euro. Weil ich Müll vermeiden will, bleiben wir ein wenig sitzen und nehmen den Kaffee nicht „To-Go“ mit.

Am Fluss entlang

Danach bleiben wir in Wassernähe und laufen am Cinecitta-Kino vorbei, das an der Pegnitz liegt. Weil wir noch 5 Euro übrig haben, kaufen wir uns dort ein Eis – ich zwei Kugeln für 2,60 Euro, mein Mann nur eine für 1,30 Euro. Damit bin ich 10 Cent über den eigentlichen 10 Euro, insgesamt bleiben wir aber unter unserem Budget. Mit dem Eis (das beste Smarties-Eis, das ich je gegessen habe) in der Hand schlendern wir die Pegnitz entlang. Hätten wir mehr Geld, würden wir in einem der Restaurants einkehren, die den direkten Blick auf den Fluss haben, so beenden wir unseren Ausflug vor den Toren der Innenstadt.

Fazit

Nürnberg auf seine Bratwurstbrötchen und Lebkuchen zu reduzieren, wäre zu eindimensional. Die zweitgrößte Stadt Bayerns hat auch abseits vom Massentourismus so viel mehr zu bieten.

KURZGEFASST

Ein Tag in Nürnberg:

Tretbootfahren: 10 Euro für 30 Minuten
Cappuccino: 5 Euro
Eis: 2.60 Euro bzw. 1.30 Euro

Gesamt: 18, 90 (für zwei Personen)