– HOCH runter HOCH runter HOCH runter –

Trampoline sind voll im Trend! Aber nicht nur bei den Kids: Wir waren für euch im Airtime-Trampolinpark in Nürnberg und haben ausprobiert, ob man dort auch als Volljähriger Spaß hat.

Nur mit den richtigen Socken

So ein Trampolinpark braucht Platz und den findet man am ehesten in Lagerhallen. Darum liegt das Airtime auch im Nordosten Nürnbergs, in einem Industriegebiet in der Nähe des Flughafens. Nicht schön, aber dafür gut anzufahren. Im Inneren haben sich die Betreiber alle Mühe gegeben, den Industrie-Charme zu ihrem Vorteil zu nutzen. Die Umkleiden und Duschen befinden sich beispielsweise in großen Containern – was wir erst auf den dritten Blick kapiert haben. Euren persönlichen Kram könnt ihr unkompliziert in Schließfächern lagern. Vorher bekommt ihr an der Kasse aber erst eure zwei wichtigsten Accessoires: Einen großen Sticker mit eurer Sprungzeit (zum Beispiel 14.30 bis 15.30 Uhr), den ihr gut sichtbar an eurer Kleidung anbringen müsst, und eure Sprungsocken. Die erinnern ein bisschen an ABS-Noppensocken und sollen euch sicheren Halt geben. Dann kann es losgehen…fast!

Vorher müsst ihr euch noch ein Video mit Sicherheitshinweisen ansehen, sonst dürft ihr nicht hinein. Nie zu zweit auf ein Trampolin, sich nicht gegenseitig hochkatapultieren und nicht auf den Matten zwischen den Trampolinfeldern landen – sonst kann das böse enden! Eure ersten Hüpfer macht ihr auf dem AirCourt: Ein Riesenareal mit vielen kleineren Feldern nebeneinander. Nach zaghaftem Warmspringen wagen wir uns an die ersten Sprünge von Feld zu Feld – macht Laune! An einer Seite sind Schrägtrampoline angebracht, die bei uns nur ein großes Fragezeichen auslösen. Erfahrene Springer machen uns Neulingen vor, wie es geht. Salti oder Wandläufe sind uns dann aber doch nicht geheuer. Neben den kleineren Feld gibt es auch mehrere Meter lange Trampolinflächen, wo ihr mal ordentlich Gas geben und drei bis vier hohe Sprünge in eine Richtung machen könnt.

Ab in die Schnitzelgrube

Wer kein erfahrener Springer ist – so wie wir – kann nebenan relativ risikofrei neue Tricks ausprobieren. Drei Trampoline nebeneinander ermöglichen euch einen Sprung auf eine weiche Matte, ein weiteres den Sprung in die Schnitzelgrube, randvoll mit Schaumstoffkissen. Wir stellen fest: Reinspringen ist leicht, rausklettern eher weniger. In der Halfpipe – die es so laut Betreiber nur in Nürnberg gibt – könnt ihr von einem Schrägtrampolin zum nächsten springen und zurück. Die Betonung liegt auf „ihr“, denn wir sind grandios gescheitert. In der großen Haupthalle gibt es außerdem einen kleinen Kletterparcours für euren inneren Ninja Warrior.

Spielerischer geht es in der Nebenhalle zu, denn hier wird das Hüpfen Mittel zum Zweck. Drei Basketballkörbe auf verschiedenen Höhen laden euch zum vielleicht ersten Dunking eures Lebens ein – dank Trampolin, versteht sich. Der Ring ist gepolstert, damit ihr keine Beule als Souvenir mit nach Hause nehmt. Nicht hüpfen, aber dafür weich landen, könnt ihr auf dem sogenannten AirTrack-Feld. Die knapp 100 Quadratmeter große Fläche hat eine weiche Matte als Boden, wo ihr mit einem Schaumstoffball Fußball spielen könnt – am besten mit Fallrückziehern! Die dritte Ballsportart wartet in den Völkerball-Feldern auf euch, die ähnlich wie der AirCourt aus kleinen und Schrägtrampolinen bestehen.

Unser Fazit

Zum Spaßfaktor: Hüpfen macht Laune! In unserem Fall zumindest zwei von drei Testern. Aber: Es ist auch verdammt anstrengend. Eine Stunde Sprungzeit kam uns zu Beginn etwas wenig vor, für einen Nachmittagsausflug mit Anreise. Aber es reicht, denn die vielen Sitzsäcke liegen auch nicht ohne Grund überall in der Halle. Wir waren ordentlich ausgepowert – und das, ohne uns überhaupt an irgendwelchen Tricks zu versuchen.

Das ist auch schon der nächste Punkt: Es macht sicher noch mehr Spaß, wenn man auch was drauf hat. Einige Besucher ziehen eine beachtliche Show ab, da konnten wir als Ottonormalhüpfer nicht mithalten. Man will sich dann ja doch lieber nicht verletzen. Ein weniger gutes Gefühl hat zu Beginn das Einführungsvideo hinterlassen. Klar, es ist notwendig. Aber bei all den Sachen, die man beachten soll, konnten wir erstmal nicht wirklich befreit drauf loshüpfen. Lieber nichts falsch machen! Die dort angekündigten Sicherheitstipps an den einzelnen Stationen haben wir leider nicht gefunden.

Und dann ist da noch der Preis: 13 Euro kostet eine Stunde Sprungzeit. Sicher nicht billig, gerade wenn ihr zum ersten Mal dort seid und noch nicht wisst, ob euch der Trampolin-Overload auch taugt. Hinzu kommen 2,90 Euro für eure Sprungsocken, die ihr allerdings behalten dürft. Vielleicht habt ihr aber auch den Spaß eures Lebens und könnt dann mit einer Zehnerkarte in Zukunft auch ein bisschen Geld sparen.

KURZGEFASST

Airtime Trampolinpark
Klingenhofstraße 70, 90411 Nürnberg
13 Euro für 60 Minuten Sprungzeit