Wir greifen zum Stift: Lettering lernen in Bamberg

Lettering ist die Kunst, Buchstaben zu zeichnen. Ein Trend, der sich in den letzten Jahren in Deutschland – und in Franken – immer mehr verbreitet hat. Dabei geht es nicht um Schönes schreiben oder eine schöne Schrift, sondern darum, bei Sprüchen oder kurzen Sätzen die einzelnen Wörter hervorzuheben.

Aller Anfang ist schwer

Lea und ich haben uns als Lettering-Neulinge einmal dran gewagt. Ich muss zugeben, mit Kunst hatte ich nicht viel am Hut und meine Malereien in der Schule waren immer eher schlecht als recht. Sarah Seewald, die uns eine Einführung in das Lettern gab, nahm mir gleich die Angst: nur, weil ich schlecht in Kunst bin, heißt das nicht, dass ich schlecht im lettern bin.

Es geht beim Lettern um das Gestalten, Zeichnen und auch ein bisschen um das Malen von Buchstaben. Genau zu sagen, was sich hinter dem Wort verbirgt, ist eher schwierig – also einfach ausprobieren. Die Anfänge haben mich sehr an meine Schulzeit erinnert. Auf Zetteln standen die einzelnen Buchstaben und wir sollten sie daneben schreiben. Eine Zeile A, eine Zeile B und immer so weiter …

Eine neue Form der Erholung

Es mag banal klingen, erfordert aber große Konzentration. Wie der Stift in der Hand liegt entscheidet, ob die Linie des Buchstaben gerade wird oder nicht. Auch wie steil der Stift gehalten wird, macht einen Unterschied. Sobald man anfängt, sich nebenbei zu unterhalten, werden die Buchstaben schon nicht mehr so schön.

Etwas zu tun, ohne zu reden und ohne, dass es unangenehm wird, ist für mich eher unvorstellbar. Aber das Lettern beschäftigt einen in so einem Maße, dass man überhaupt nicht auf die Idee kommt zu sprechen. Man kommt dabei wahnsinnig zur Ruhe. Und die Zeit vergisst man dabei komplett.

Sobald die Grundlagen einigermaßen verinnerlicht sind, geht es an die unterschiedlichen Stifte mit denen man schreiben bzw. lettern kann. Von einem normalen Filzstift bis zu einem Brushstift kann man die unterschiedlichsten Ergebnisse erzielen, immer davon abhängig, was man eigentlich erreichen will.

Lettering ist Sprüche gestalten

Und was will man erreichen? Am Ende möchte man einen schönen Spruch oder Satz darstellen. Wir haben uns für den Satz „Mein Herz schlägt Frühling“ entschieden. Dann muss man überlegen, welches Wort man in den Fokus setzen kann, oder wie man es darstellen könnte. Unser Glück war, dass Sarah uns schon einen Vorschlag gemacht hat, sodass wir den dann einfach umsetzen konnten. Denn ansonsten wäre das für mich als Anfänger eher schwierig gewesen, einen Spruch auszusuchen und dann zu entscheiden, wie ich ihn schön darstellen könnte.

Alternativ kann man sich aber auch auf den unterschiedlichen Social Media-Kanälen inspirieren lassen und mit etwas Übung wird das auch sicher leichter fallen. Wenn man dann das Endergebnis betrachtet, dann sieht das durchaus künstlerisch aus, für das, dass ich anfangs ja noch meinte, dass ich damit nichts anfangen kann und Kunst nicht meine Stärke ist.

Mein neues Hobby?

Das Tolle am Lettering ist nämlich, dass man komplett freie Hand hat. Man kann machen, was man möchte und auch wie man es möchte. Es gibt nicht das eine Alphabet nach dem man schreiben muss. Man darf sich auch selbst eines ausdenken. Oder für jeden Spruch eine andere Schrift verwenden. Ganz so, wie man selbst es möchte. Es sollte nur für das Auge schön sein. Natürlich braucht man ein bisschen, bis man erkennen kann, was gut ist und was nicht. Aber ich finde, dass das eine schöne Beschäftigung ist und ich werde das bestimmt noch ein bisschen weiter verfolgen.

KURZGEFASST

Handlettering
Was? Buchstaben schön zeichnen
Wo? bei Sarah Seewald in Bamberg

Von |11. März 2019|Kategorien: Ausprobiert|Tags: , , , , , |