Zu Besuch in der Nürnberger Käskoung Stub’n

– Mit Tom im Käsekuchen-Paradies –

Käse muss es sein. Nicht Zwetschgen, nicht Streusel und auch keine Donauwelle. Käse. Was wohl passieren würde, wenn man hier ganz dreist einen Marmorkuchen bestellen würde? Thomas Seitz würde wahrscheinlich herzhaft lachen. Aber wer braucht schon trockenes Gebrösel, wenn einem fast 50 verschiedene cremige Käsekuchen-Kombis aus der Vitrine anlächeln.

Weite Anreisen für Käsekuchen à la Tom

Die „Käskoung Stub’n“ im Nürnberger Stadtteil St. Johannis, schräg gegenüber vom Friedhof, hat erst ganz frisch im Herbst eröffnet. Gut angelaufen sei die fränkische Variante der Cheesecake Factory seither, erzählt Chef Thomas Seitz. Auch wenn er von dem Hype etwas überwältigt sei. Sogar aus Hamburg seien schon Gäste angereist, nur um am Wochenende Toms Käsekuchen zu naschen. Ob die Nicht-Franken überhaupt aus dem Namen seines Cafés schlau werden? Thomas Seitz lacht laut auf. Die knallorange Schürze um die Hüften gewickelt und den ergrauten Kinnbart mit mehreren Zopfgummis zusammengezwirbelt, hat er in einem der gemütlichen Vintage-Sessel Platz genommen.

Mit Käskoung Stub’n Traum erfüllt

Jahrelang arbeitete der gelernte Konditor in einer Bäckerei, bis ihm sein Burnout dazwischen kam. Die Käskoung Stub’n ist sein großer Traum, sein kalorienreiches Herzensprojekt. Das spürt man ihm in jeder Minute an, die er hinter der Theke bedient oder im sympathischsten Fränkisch mit den Gästen „babbelt“. Die sollen es in Toms Käskoung Stub’n nicht nur gemütlich haben, sondern sich am besten gleich wie zu Hause fühlen.

Thomas Seitz mag’s deftig

49 verschiedene Käsekuchensorten hat Tom derzeit im Sortiment, Gebäcktendenz steigend. Ständig sei er am Ausprobieren, welche Quark-Kombi als nächstes auf der Karte landen könnte. Sein persönlicher Favorit ist übrigens so gar nicht süß, sondern eine deftige Käsekuchen-Variante mit Speck und Zwiebeln. Die Kuchen sollen zwar anmuten wie aus Großmutters Kaffeekränzchen-Zeiten zwischen historischer Nähmaschine und samtigem Retro-Wählscheiben-Telefon: „Aber die Rezepte sind alle auf meinem Mist gewachsen“, sagt Thomas Seitz. Warum eigentlich ausgerechnet Käse- und kein Streuselkuchen? Wieder dieses herzhafte Lachen. „Käse- und Marmorkuchen sind einfach nach wie vor die liebsten Kuchen der Deutschen“, erzählt der gebürtige Neustadter. „Aber Marmorkuchen-Stub’n – des klingt doch bleed!“

Käsekuchen-Skeptiker und Kenner

Was am nächsten Tag in der Vitrine steht, ob Maracuja-Baiser, Kirsch-Cola oder Orange-Ingwer, entscheidet der Stuben-Chef relativ spontan. Etwa acht Exemplare werden pro Tag angeboten. Dafür begibt sich Thomas Seitz schon ab fünf Uhr morgens hinter die Backschüssel. „Es gibt auch Gäste, die sich beim ersten Besuch nicht an die exotischeren Varianten trauen, und erst einmal den normalen Käsekuchen bestellen“, erzählt Mitarbeiterin Olympia. Mit Jutta und Teresa sind allerdings keine Käsekuchen-Anfänger zu Besuch. Nachdem die Kuchengabeln auch die letzten Reste von „Nuuugad“ und „Käsbär“ von den Tellern gekratzt haben, lautet das Frankenfeeling-Urteil: Ein Café eröffnen, das NUR Käsekuchen anbietet? Mutig. Aber auch allerhöchste Zeit!

KURZGEFASST

Käskoung Stub’n in Nürnberg

Wo? Poppenreuther Straße 6, 90419 Nürnberg

Wann? Dienstag bis Samstag 10-19 Uhr, Sonntag 9-19 Uhr, montags geschlossen

Was? 49+ Käsekuchensorten

Von |21. Januar 2019|Kategorien: Ausprobiert|Tags: , , , , , , |